Südostasien du altes Dreckstück - schön dich wieder zu sehen.

Wahrlich. Wer mit dem Rucksack nach Asien reist sollte sich bewusst sein, dass die Stange des hygienischen Anspruchs – um mal in bildlicher Limbo-Sprache zu sprechen – ein paar Ebenen weiter unten aufgehängt werden muss. Erst dann macht das tanzen in weiten Teilen dieses Kontinentes erst 'richtig Spaß'.Selbstverständlich kann man auch dort mit viel Geld in Luxushotels einbuchen. Sie werden den Anforderungen des europäischen Standards entsprechen, vermutlich sogar übertreffen. Aber will man das immer? Sieht man dann wirklich das Land, lernt man die Einwohner kennen?

 

Ich für meinen Teil habe mich sehr bewusst für diese Art des Reisens entschieden. Konnte ich doch in den vergangenen Jahren schon mehrmals Erfahrungen im Bereich 'Rucksackreisen durch Asien' sammeln.

Nicht immer positive: Moskitos wussten zu verhindern, dass ich meinen wohlverdienten Schlaf genieße. Mein Riechnerv wurde grobmotorisch von der Tradition des all-abendlichen Müllverbrennens stimuliert, in Straßengräben moderten ausgediente Plastikverpackungen gemeinsam mit Essensresten und dem Abwasser der Anwohner vor sich hin. Tiere mit Verletzungen die einem beim Hinschauen schon selbst weh tun, Kinder mit zerrissenen Klamotten die im Dreck spielen. Toiletten auf die man sich eher nicht sooo gerne setzen/ stellen möchte - ganz zu schweigen von der ortstypischen Weise danach seinen Hintern zu reinigen.

 

..Und dann sind da jeden Tag diese unzähligen Situationen, die all das Elend und kurzfristig negative Empfindungen vollkommen ausblenden.

 

Zum Beispiel der Thai, der sich auf die Frage nach einem bestimmten Strand ohne zu zögern auf sein Moped schwingt und durch eine Winkbewegung zum Folgen auffordert. Und dann fährt er. Und fährt. Bis etwa eine Viertelstunde später der gewünschte Strand erreicht ist. Und da er weiß, dass man nur über ein Restaurant Zugang zu dem Strand erhält, spricht er noch kurz mit dem Besitzer. Wir seien seine Freunde. Und grinsend schüttelt er uns die Hände, steigt wieder auf sein Gefährt und macht sich auf den Rückweg.

Eine Lektion der Selbstlosigkeit, wie sie im Buch der Nächstenliebe geschrieben sein muss. Beeindruckt schneide ich mir eine Scheibe ab und komme reicher nach Hause, geiler Typ.

 

Solche Momente passieren hier zu Hauf. Sicher einer der Gründe, warum mich Südostasien so fasziniert.

 

Ja, das WLAN im Hotel ist unterirdisch. Warum dürfen die das WLAN nennen, wenn es doch dem 56k Modem deutlich näher kommt.

Und dann waren da heute diese burmesischen Schulkinder. Ein ganzer Pausenhof voll. Alle spielen wie Kinder auf dem Schulhof so spielen. Bis ein kleines Grüppchen an der Mauer bemerkt, dass wir unseren Roller gegenüber geparkt haben und ich ein Foto von ihnen schieße. Es wird begeistert gewunken, von beiden Seiten. Wie ein Fegefeuer gehen die News über den Schulhof. Keine halbe Minute später stehen 80% der Schulkinder an der Grenze zur Straße um diese willkommene Ablenkung aus dem Schul-Alltag auszukosten. Es wird schüchtern beäugt. Es wird gegrüßt. Es wird vor Freude gesprungen und es wird übers ganze Gesicht gelacht, auf beiden Seiten.

 

Worüber reden wir?!